Irans Fußballpräsident zweifelt nach israelischem Angriff an WM-Teilnahme. Keine Hoffnung mehr für die Weltmeisterschaft?
Nach dem Beschuss durch Israel und den WM-Co-Gastgeber USA hat sich der iranische Fußballpräsident zum anstehenden Turnier in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada geäußert. Wie WELT.de berichtet, sagte Mehdi Taj einen Tag nach Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen gegenüber dem Sportportal "Varzesh3": "Sicher ist, dass nach diesem Angriff nicht zu erwarten ist, dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken." Die Situation erfordere eine Entscheidung und berge erhebliche Unsicherheit für die iranische Mannschaft.
Aufgrund der 40-tägigen Staatstrauer für den getöteten iranischen Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei pausiert der Spielbetrieb im Iran komplett. Nicht nur die Spiele der iranischen Liga entfallen, sondern auch die für März angesetzten WM-Vorbereitungsspiele fallen aus. Taj betonte: "Das US-Regime hat unser Heimatland angegriffen, und das ist ein Vorfall, der nicht unbeantwortet bleiben wird." Die Aussichten für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft seien derzeit eher trübe.
Der Fußball-Weltverband äußert sich beruhigend: Die FIFA "beobachte" die Situation, erklärte Fifa-Generalsekretär Mattias Grafstrom am Samstag in Wales. Die oberste Priorität bleibe ein sicherer Ablauf der Weltmeisterschaft, bei der alle qualifizierten Mannschaften auch teilnehmen könnten. Der Iran spielt bei dem Turnier vom elf. Juni bis 19. Juli in einer Gruppe mit Belgien, Neuseeland und Ägypten. Die Auslosung der WM-Vorrunden-Gruppen im Dezember in Washington hatte der Iran boykottiert, da die US-Regierung drei iranischen Funktionären, darunter Verbandspräsident Taj, Einreisevisa verweigert haben soll.